Die Gewinner:innen des Stuttgarter Moderationspreises 2026 stehen fest. Für die Kategorie Audio ist es Aylin Doğan mit dem Podcast OBSESSED – Döner Papers, Folge 1: Kartell des Schweigens. Die Jury entschied sich in der Kategorie Video bewusst für zwei Preisträgerinnen. Beide Beiträge stehen exemplarisch für unterschiedliche Formen herausragender journalistischer Moderation und konnten die Jury gleichermaßen überzeugen. Die erste Preisträgerin ist Leah Nlemibe mit der PULS Reportage:Vulva Watching – Ich zeige fremden Frauen meine Vulva, sowie Regina Steffens mit DER SPIEGEL Shortcut:„White Tiger“: Die investigative Recherche zum Netzwerk „764“. Den Sonderpreis Baden-Württemberg – von Studierenden der Hochschule der Medien als Publikumspreis vergeben – erhält Thelma Buabeng für ihren Podcast „Kultur? Echt jetzt!“. Das Institut für Moderation (imo) an der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) zeichnet die Journalistin und Moderatorin Anne Will erstmals in der neuen und undotierten Preiskategorie „Vorbild Moderation“ aus. Damit würdigt das imo eine Persönlichkeit, die durch ihre journalistische Moderation Maßstäbe setzt, die Entwicklung des Berufs prägt und Orientierung gibt.

ARD-Anchor Ingo Zamperoni, Honorarprofessor an der Hochschule der Medien (HdM) und Pate des Stuttgarter Moderationspreises, überreichte die Trophäen und Preisgelder in Höhe von insgesamt 6.000 Euro am 25. Juni 2026 bei einem Festakt im SpardaWelt Eventcenter in Stuttgart. Ermöglicht wird der Preis durch die Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg.

„Moderationen stellen Vertrauen her.“

Bereits zum vierten Mal rückt der Stuttgarter Moderationspreis journalistische Kompetenz in moderierten Audio- und Videoformaten auf allen Plattformen in den Mittelpunkt. Initiiert wurde er vom Institut für Moderation (imo) an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Institutsdirektor Prof. Stephan Ferdinand bilanziert: „Allen nominierten und ausgezeichneten Moderationen gelingt es, uns Zuhörerinnen und Zuhörern beziehungsweise Zuschauerinnen und Zuschauern eine glasklare journalistische Orientierung zu geben. Sie stellen Vertrauen her – das mittlerweile wichtigste Gut im Journalismus.“

Interdisziplinäre Jury

Eine interdisziplinär besetzte Jury wählte die Gewinnerbeiträge in den beiden Kategorien Beste Moderation Audio und Beste Moderation Video aus. Der Sonderpreis Baden-Württemberg ging an Moderatorinnen aus dem Land, die von Studierenden der HdM nach den Kriterien des Moderationspreises vorgeschlagen wurden. Der undotierte Preis Vorbild Moderation wird vom Institut für Moderation vergeben. Zur Jury gehören:
Thomas Lückerath (CEO und Chefredakteur DWDL.de),
Aycha Riffi (Leitung Grimme-Akademie),
Prof. Dr. Eva Stadler (Studiendekanin Hochschule der Medien Stuttgart),
Laura Terberl (Leitung Audio und Video, Süddeutsche Zeitung, Podcasterin),
Manuela Weyh (Stv. Redaktionsleiterin Innovation und Digitale Projekte Rheinland-Pfalz, SWR).

Die Gewinner:innen (alle Fotos: Martin Raunecker außer Foto Buabeng: Kimi Palme)



Kategorie „Beste Moderation Audio
Moderatorin: Aylin Doğan
Titel: OBSESSED – Döner Papers
Folge 1: Kartell des Schweigens
Format: Podcast
Sender: Bayerischer Rundfunk in
Co-Produktion mit Kugel und Niere

Begründung der Jury:

Aylin Doğan gelingt eine energiegeladene und zugleich glaubwürdige Moderation, die ihre Zielgruppe unmittelbar anspricht. Durch ihre Dynamik, sprachliche Vielfalt und authentische Ansprache entsteht eine große Nähe zum Publikum. Die Moderatorin setzt eine aufwändig recherchierte Geschichte verständlich und spannend um und macht die Hintergründe transparent und nachvollziehbar. So verbindet sie in dem Story-Podcast investigative Tiefe mit einer frischen, glaubwürdigen Ansprache auf Augenhöhe.


Kategorie „Beste Moderation Video”
Moderatorin: Leah Nlemibe
Titel: Vulva Watching – Ich zeige fremden Frauen meine Vulva
Format: PULS Reportage
Sender: Bayerischer Rundfunk

Begründung der Jury:

Leah Nlemibe überzeugt mit einer offenen, reflektierten und authentischen Moderation, die das Publikum von der ersten Minute an mitnimmt. Sie verbindet persönliche Erfahrungen mit journalistischer Einordnung und schafft so einen Beitrag, der informiert, unterhält und zum Nachdenken anregt. Ob im Selbstversuch, im Gespräch oder in der Begegnung mit anderen Menschen – die Moderatorin agiert souverän, glaubwürdig und nahbar. Dadurch gelingt ihr ein ebenso persönlicher wie professioneller Zugang zu einem sensiblen Thema.


Kategorie „Beste Moderation Video”
Moderatorin: Regina Steffens
Titel: „White Tiger“: Die investigative Recherche zum Netzwerk „764“
Format: DER SPIEGEL Shortcut
Verlag: DER SPIEGEL

Begründung der Jury:

Regina Steffens besticht mit einer ruhigen, präzisen und journalistisch souveränen Moderation. Sie führt durch ein komplexes und sensibles Thema, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen, und schafft zugleich Raum für die Expertise ihrer Gesprächspartner. Mit ihrer klaren Sprache, einer angenehmen Präsenz und hoher Aufmerksamkeit für Details gelingt es ihr, Orientierung zu geben und auch anspruchsvolle Inhalte verständlich zu vermitteln. So entsteht eine Moderation, die durch Ausgewogenheit, Professionalität und journalistische Präzision überzeugt.


Kategorie „Sonderpreis Baden-Württemberg”
Moderatorin: Thelma Buabeng
Titel: Kultur? Echt jetzt!
Format: Podcast
Produzent: Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg

Begründung der Studierenden:

Thelma Buabeng spricht mit Kulturschaffenden aus Baden-Württemberg auf Augenhöhe und schafft eine Atmosphäre, in der persönliche Geschichten und gesellschaftliche Fragen gleichermaßen Raum finden. Mit ihrer wachen, nahbaren und zugleich professionellen Moderation macht sie Themen wie Herkunft, Sichtbarkeit und Teilhabe verständlich und relevant – insbesondere für junge Menschen. Ihre Gesprächsführung ist aufmerksam, lebendig und authentisch und macht den Podcast zu einem wertvollen Beitrag für den gesellschaftlichen Dialog.


Kategorie „Vorbild Moderation”
Moderatorin: Anne Will
Begründung des Instituts für Moderation:

Mit dem Preis „Vorbild Moderation“ zeichnet das Institut für Moderation Anne Will als eine Persönlichkeit aus, die die journalistische Moderation in Deutschland maßgeblich prägt. Ihre Arbeit steht für journalistische Gründlichkeit, sprachliche Präzision und die konsequente Ausrichtung an Thema und Publikum. Anne Will versteht Moderation nicht als Inszenierung der eigenen Person, sondern als journalistisches Handwerk. Ihre Interviews und Gespräche zeichnen sich durch sorgfältige Recherche, klare Sprache und die Fähigkeit aus, komplexe Themen verständlich und fair zu verhandeln. Dabei stellt sie stets die Sache in den Mittelpunkt.

Mit ihrem Podcast „Politik mit Anne Will“ zeigt sie zudem, dass professionelle Moderation von Offenheit für neue Formen lebt. Sie gibt unterschiedlichen Stimmen Raum, ermöglicht Tiefe und beweist den Mut, auch nach großen Erfolgen neue Wege zu gehen. Für viele Nachwuchsmoderatorinnen und -moderatoren ist Anne Will ein Vorbild. Sie verkörpert die Überzeugung, dass journalistische Qualität aus gründlicher Recherche, präzisen Fragen und dem Dienst am Publikum entsteht. Damit steht sie in besonderer Weise für die Werte, die das Institut für Moderation mit diesem Preis sichtbar machen möchte.